Ein Kommodore kommandiert nicht einfach nur die Crew seines eigenen Schiffes. Er leitet eine Flotte von Schiffen. Und meine Flotte von Zugvögeln, mit denen ich viele Jahre durchs Watt segelte, hat mir irgendwann mit einem Augenzwinkern diesen „Titel“ verliehen. Über dreißig Jahre war ich Jugendwart im Segelverein und habe selbst als Jugendlicher das Segeln von der Pieke auf gelernt. Das waren andere Zeiten und es gab andere Sitten. Vor allem in den Jugendabteilungen ging es voll durchorganisiert zu und absolut hierarchisch. Man begann als „Fockaffe“ (Vorschoter) und hatte damit auch alle lästigen Arbeiten an Bord zu erledigen. Nach bestandenem Segelschein konnte man – bei guter Führung freilich nur – zum „Schiffsführer“ avancieren. Erst auf einem Pirat, später auf Zugvogel, Weser-Jolle oder noch später auf einen GfK-Boot mit oder ohne Kajüte. Meist ohne. Eine Randmerjolle beispielsweise. Auf den folgenden Fotos sieht man den Kommodore als Auszubildenden. Links auf einem „Ausgleicher“, einer Stahljolle, vom Verein selbst gebaut. In der Mitte als Schiffsführer eines Holz-Piraten in Sandstedt trockengefallen. Und rechts als Vorschoter auf einer Randmer-Jolle, einem holländischen Kielschwertboot.

Während des Studiums war dann Wassersport-Pause, danach ging es dann umgehend mit einem kleinen Kielboot weiter. Und es folgten viele Boote mehr, es wurde Familie gegründet und auch die segelten eines Tages dann alle munter mit. Dann folgte die Phase der aktiven Jugendarbeit, immer eng verknüpft mit Ausbildung. Die Jollenbesatzungen mussten Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse machen. Im Winter hielt ich Kurse und im Sommer wurden die „Patente“ dann „ausgefahren“ auf Unter- und Außenweser und weiter bis zu den „Friese Meren“. Mit dem beruflichen Ruhestand folgte dann die Umstellung der Ausbildung auf vorwiegend Erwachsene und durch Mund-zu-Mund-Propaganda folgtend die Kurse wie von alleine aufeinander – und das reißt bis heute nicht ab. Mal sehen, wie lange noch…


Es sind keine Kommentare vorhanden.