
Jedes meiner Boote war immer auch ein neues Projekt. Oder anders gesagt: Ein neues Boot war nie so ausgerüstet oder aufgefixt, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Also immer ran und nicht nur aufhübschen, sondern auch aufrüsten!
Die Technik geht ja auch immer weiter voran. Während man anfangs noch mit Lot und Logge (beides analog) gut aufgestellt war, und natürlich mit einem Kompass, kamen dann später viele Dinge mit dazu: Jütbaum, Batterietrennung, automatisches Ladegerät, Seefunkgerät, Kartenplotter, GPS, AIS und am Ende alles über ein maritimes Netzwerk miteinander verbunden und in Kontakt.
Das war mit der Drallen Deern so, und hochausgerüstet ging sie an den Nächsten weiter. Und das ist mit der Brise so. Und alles, was noch reingebaut werden soll, liegt schon hier um mich rum. Und es ist genau all das, was ich weiter oben schon erwähnt habe.
Nur, dass ich jetzt weniger Platz dafür haben und deshalb viel integrieren und optimieren muss.
Fortschrittliche Batterie

Auch ein so kleines Boot braucht Strom. Nein, ein Kühlschrank ist nicht zu versorgen und auch kein elektrisches Klo. Aber Posi-Lampen etwa, der neue Plotter, das AIS- sowie das Funkgerät als Sicherheitsmerkmale erster Güte brauchen alle Strom.
Kein Diesel mit fetter Lichtmaschine schiebt mehr die reichlich Ampere auf den Bleiakku, sondern ein kleiner Außenborder mit Lichtspule schafft man gerade 4A – Ladestrom, und das bei fast Vollgas erst! Gut, wird genutzt, bei längeren Kanalfahrten sicher eine gute Hilfe. Aber alleine reicht das nicht. Also noch Solarzellen. Die Fläche an Deck ist klein, also werden wir über 50W (2x25W lang und schlank) nicht hinauskommen. Aber Kleinvieh macht eben auch Mist und die Vielfalt bringt das Ergebnis.
Ganz wichtig auch der zu montierende Landanschluss für 230V. Früher Luxus, heute normal. Überall gibt es diese Steckdose, nur halt nicht im Watt.
Alles mündet in einen Lifepo4-Akku. Lithium+Eisen+Was weißich. 100Ah, vor wenigen Jahren noch unerschwinglich, jetzt für 130 Euro zu erwerben. Deutlich leichter als ein Bleiakku und man kann ihn in jeder Lage betreiben, auch über Kopf! Dann hätte ich kurz vorm Versaufen auch noch Strom! Wow!
Der Akku kommt ganz nach vorne, aus Gewicht-Verteilungsgründen. Dahin, wo andere das Klo haben.
Der neue Plotter
Von ONWA. Chinese. Bisher für mich unbekannt, aber bietet eine Menge für relativ wenig Geld. Eine Kleinfirma nahe Emden importiert ihn und bietet ihn an. Man kann auch direkt in China bestellen, noch günstiger, aber dann hat man die Arbeit mit dem Zoll, die niemand wirklich braucht.
Der KP27X ist nicht nur ein Seekartenplotter, er enthält auch aktives AIS, und zwar von der professionellen Seite. Also mit Zeitschlitzreservierung und höherer Sendeleistung. Das Signal ist genauer, weil schneller und öfter. Und der KP27X ist auch noch Echolot, wenn man einen Geber gleich mitbestellt. Und man kann ihn ins NMEA2000-Netzwerk einbinden, also mit dem Funkgerät koppeln. Super, oder?


Seefunkgerät TS18
Das hatte ich ja schon auf der Drallen Deern. Chinese. Aber mit Touch-Display! Und mit NMEA2000-Anschluss. Fand ich gut und habe ich wieder bestellt.
Heute muss man bei der BNetzA ja nur noch angeben, wieviele Geräte man an Bord hat, nicht mehr Hersteller und Gerätebezeichnung. Man kann also alles verwenden, was auf dem Markt ist, wenn es den Vorgaben entspricht. Auch das TS18.
Elektroinstallation
Damit all die schönen Geräte auch funktionieren, müssen sie mit Strom versorgt werden.
Die vorhandene rudimentäre Verkabelung muss einer besseren weichen, mit entsprechenden Schaltern und Sicherungen.
Undd auch ein 230V-Landstrom-Anschluss will verlegt sein.
Die Teile sind alle vorhanden, es fehlen (noch) Einbau und Verkabelung.
Aber kommt Zeit, neues Jahr, steigende Temperaturen draußen, dann …

Netzwerktest erfolgreich
Da heute das TS18-Seefunkgerät geliefert wurde, habe ich es gleich mal zuhause im Shack angeklemmt und auch die MMSI wie auch die ATIS-Kennung eingegeben (sonst piept das Gerät auch nur!). Dann habe ich Funkgerät und Plotter mittels NMEA2000-Netzwerk miteinander verbunden. Anfangs fand das Funkgerät die Satelliten und damit seine Position nicht und gab ständig Alarm. Eigentlich hätte es die aber vom Plotter bekommen müssen, da dort eine Satellitenmaus angeschlossen war. Der Fehler fand sich aber schnell: das TS18 musste umgeklickt werden in Sachen Herkunft des Sat-Signales, von „intern“ auf „NMEA2000“. Und schwupps – fand sich überall die korrekte Position ein.
Jetzt muss alles an Bord und mal testweise irgendwo positioniert werden, wo es am wenigsten stört (in der kleinen Kajüte), dabei aber den größten Nutzen bietet. Das MFD (Multifunktionsdisplay) ONWA werde ich wohl von außen durch die Kajütwand zur Plicht einsetzen. Eine Schablone zum Bohren und Sägen liegt ja bei und ist hilfreich. Da sieht man es gut und es stört nicht, weil es nicht hervorsteht wie mit einem Montagebügel. Mal schauen…
